Ich bin BELISA, wie man sieht eine Greyhound Hündin, 10 Jahre alt, kastriert.
Geboren in Irland , wurde ich im Alter von 3 Jahren auf die Rennbahn Barcelona verkauft. Fast 7 Jahre musste ich in einen Käfig verbringen, der nur 100 cm X 50 cm klein war. Kein Platz ,um die Beine auszustrecken. Nur zum Training und zum Rennen durften wir die Rennboxen verlassen.
Vorher musste ich viele Rennen in Irland bestreiten und als ich nicht mehr schnell genug war, wurde ich nach Barcelona gebracht. Dabei habe ich viele Rennen gewonnen und war immer unter den Erstplatzierten. Vermutlich war ich deshalb noch am Leben als im Herbst 2005 das Canodrom (die Rennbahn) in Barcelona geschlossen wurde. Mehr als 600 Rennhunde waren "übrig". Viele wurden zunächst auf Tierschutzorganisationen in Spanien verteilt , von dort aus durften wir dann in unsere Pflegestellen reisen.Aber von vielen Hunden fehlt jede Spur. Sie sind einfach nicht mehr da.
Ich kann leider nicht wirklich gut laufen und lange kann ich mich auch noch nicht auf meinen Pfoten halten ,aber meine Pflegemama sagt, dass wir das mit viel Geduld und Training schon noch ein bisschen besser hinbekommen werden.Organisch ist alles in Ordnung, aber meine Seele ist von den vielen Jahren der Qual erkrankt.
Noch immer erstarre ich, wenn ich die Hetzlaute meiner Windhundfreunde beim Spielen hier höre. So tief hat mich das Rennbahnleben beeinflusst.
Fast alle Windhunde, die lange Rennen laufen mussten, haben so einige Blessuren davongetragen.
Viele von uns haben Schäden an den Knochen, Gelenken und Wirbelsäulenprobleme durch Stürze und auch durch Schläge. Es geht den Menschen dort auf der Rennbahn nur um Geld und bei den Rennen geht es um viel Geld. Wir sind nur SACHEN und keine Lebewesen. Wenn ich ehrlich bin, nicht nur unser Körper ist geschunden, unsere Seele meist noch mehr.
Die Erinnerung verblasst zwar, aber vergessen können wir nicht ganz, jedenfalls nicht die, die, so wie ich, sehr lange auf der Rennbahn gewesen sind.
Auf diesem Bild sieht man meine zerschnittene Oberlippe. Nur ich allein weiß, wer mich so misshandelt hat.
Ich hoppel mittlerweile hinter den anderen Hunden hinterher!!!
So schnell wie die anderen bin ich nicht, aber ich komme auch an.
Ich liebe es, mit den anderen auf meine etwas einzigartige Art zu spielen und mit meiner Pflegemama zu kuscheln und natürlich auch ausgedehnte Sonnenbäder.
Dann kann ich den anderen beim Spielen zuschauen und einfach meine Freiheit, die Fürsorge und Liebe meiner Mama genießen.
Mir geht es hier richtig gut und ich darf mit ganz viel Würde meinen Lebensabend genießen.